
Wer zahlt, schafft an
Mitbestimmung ist die Basis unserer demokratischen Grundordnung und bietet vor allen Dingen Engagement und Motivation. Denn wer mitgestalten und mitbestimmen kann fühlt sich den Zielen und Aufgaben eher verpflichtet, als wenn diese aufoktroyiert werden.
Kaum ein Mensch fühlt sich wohl, wenn er nur als rein ausführender Leistungsfaktor gesehen wird. Üblicherweise wollen wir uns und unsere Erfahrungen, Ideen und Meinungen auch in unserer Arbeitswelt einbringen. Den Spruch „Wer zahlt, schafft an.“ d.h. die Führungskraft bestimmt „wo der Hase lang läuft“ und gibt klare Anweisungen, die „blind“ zu befolgen sind, höre ich zum Glück immer seltener. Glücklicherweise lässt sich feststellen, dass immer mehr Führungskräfte von diesem tradierten Führungsprinzip abrücken und stattdessen vermehrt auf eine mitarbeiterorientierte Führung setzen. Und das hat gute Gründe.
Wir haben in Deutschland die weltweit mit am besten ausgebildeten Mitarbeiter, die durchaus in der Lage sind aktiv und konstruktiv mitzudenken, wenn man sie lässt. Zudem sind unsere Mitarbeiter fast immer besser über die Situation vor Ort informiert. Sie sind Spezialisten für ihr Arbeitsgebiet und können somit meist besser als wir Führungskräfte dies können, entscheiden, welche Maßnahmen, die ihr Arbeitsgebiet betreffen, sinnvoller sind.
Warum also sollten wir diese Erfahrungen nicht nutzen? Insbesondere, wenn die konstruktive Mitbestimmung das Engagement und die Eigenverantwortlichkeit unserer Mitarbeiter stärkt?
Dem Motto „stärker die Mitarbeiter zu eigenverantwortlicher Arbeit anzuregen“ folgt auch das Prinzip der „Agilen Führung“. Dieses Prinzip baut auf den eigenverantwortlichen und selbstgestaltenden Fähigkeiten der Mitarbeiter auf und entlastet uns Führungskräfte dahingehend, dass wir uns mit der Planung und Kontrolle von Aufgaben und Projekten nicht oder deutlich seltener beschäftigen müssen. Es bleibt mehr Zeit sich strategischen Fragestellungen und der Zufriedenheit der Mitarbeiter zu widmen, als sich mit operativen Fragestellungen, welche die Mitarbeiter auch selbständig lösen können, herumzuschlagen.

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