
Blockaden
Blockaden basieren auf Vermeidungsstrategien, welche ihren Ursprung oft in früheren Lebensjahren haben. Jeder Mensch hat innere Blockaden. Der Begriff Blockaden kann weitgehend als identisch mit dem Begriff Glaubenssätze gesehen werden. Denn beide behindern uns, indem sie unsere Handlungsfreiheit einengen und uns vor scheinbaren Gefahren oder möglichen inneren oder äußeren Verletzungen oder Blamagen schützen. Blockaden haben jedoch auch nützliche Funktionen. In ihnen ist Erfahrungswissen gespeichert. Oder würden Sie eine heiße Herdplatte berühren wollen? Sie engen unser Handlungsfreiheit nur dann unberechtigterweise ein, wenn wir scheinbar gefahrvolle Situationen vermeiden möchten.
Ein Beispiel
Einer meiner Coachees wurde sehr streng u.a. nach dem Motto erzogen wurden „Rede nur dann, wenn Du auch etwas wirklich Wichtiges mitzuteilen hast“. Er war in geschäftlichen Besprechungen sehr zurückhaltend mit seinen Redebeiträgen. Sowohl die Mitarbeiter, als auch die Kollegen und Vorgesetzten schätzten seine enorme Expertise und warteten häufig darauf, dass dieser endlich sein Schweigen brach und seine wertvollen Informationen allen Beteiligten zukommen lies. Dies hätte einige Besprechungen deutlich verkürzen können. Darüber hinaus ärgerte sich mein Coachee, dass wegen seiner „vornehmen Zurückhaltung“ gelegentlich von Team Entscheidungen getroffen wurden, die er nicht für sinnvoll gehalten und die sich im Nachhinein meist als Fehlentscheidung herausgestellt hatten. Eine frühzeitige und begründete Intervention durch ihn hätte dies verhindern können.
Blockaden halten uns von Dingen ab, die wir eigentlich gerne tun würden und machen uns dadurch das Leben unnötig schwer. D.h. zuerst müssen wir damit beginnen uns unserer Blockaden bewusst zu werden.
Anschließend kann unser Verstand Ziele und Maßnahmen festlegen um eine Blockade zu überwinden. Doch meist hält uns irgendetwas Unerklärliches in uns trotz aller Vorsätze davon ab unser Ziel zu erreichen. Man hat das Gefühl, dass man sich selbst im Weg steht und sich selbst boykottiert – ein ziemlich unangenehmes Gefühl.
Um Blockaden zu brechen ist neben dem Erkennen der Blockaden insbesondere Mut und Selbstvertrauen notwendig. In dem oben genannten Fall erhielt der Coachee, nachdem er seine Blockade erkannt hatte, die Aufgabe in den nächsten Meetings sich vorzeitig zu Wort zu melden, auch und insbesondere dann, wenn er der Meinung war, er hätte nichts wichtiges beizutragen und auch auf die von ihm geäußerte Gefahr hin sich zu blamieren.
Zurück zu unserem Beispiel
Nach einigen Meetings berichtete mir mein Coachee, dass er von seinen Mitarbeitern, Kollegen und dem Vorgesetzten überaus positive Anerkennungen für sein Verhalten erhalten habe. Dies veranlasste ihn dazu immer öfter seine Meinung zu äußern, auch wenn er selber der Überzeugung war, dass diese nicht immer zu einhundert Prozent durchdacht und perfekt sei.
Ein interessanter Aspekt ist, dass innere Blockaden sich auch körperlich als Verspannungen oder ähnliches zeigen können.
„Achte auf Deine Gedanken.
Sie sind der Anfang Deiner Taten!“
(Chinesisches Sprichwort)

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