
Ganzheitliches Coaching – Holistisches Coaching
Beim ganzheitlichen Coaching bzw. Holistischen Coaching steht der Mensch als Individuum in seiner „Gesamtheit“ als Körper-Geist-Seele Einheit im Mittelpunkt. Im Unterschied zur klassischen Beratung werden keine direkten Lösungsvorschläge durch den Berater geliefert, sondern es wird die Entwicklung eigener Lösungen unterstützt und begleitet. Bei dieser allumfänglichen Betrachtungsweise werden alle Lebensbereiche und Bezugspersonen des Coachees berücksichtigt. Dabei werden sowohl berufliche, als auch private Themen, wie z.B. Beziehungsthemen oder Depressionen, behandelt. Der Coachee wird nicht „isoliert“ betrachtet, sondern in Abhängigkeit von seiner Umwelt. Dabei wird die Rolle des Coachees in seinem „System“ und möglichen Interdependenzen zwischen den in dem System enthaltenen Elementen betrachtet. Dabei spielt auch die Entwicklungsgeschichte des Coachees eine bedeutende Rolle, denn oft haben bestimmte Kommunikations- und Verhaltensweisen ihren Ursprung in der Vergangenheit und sind durch die Erziehung oder besondere Ereignisse entstanden.
Welche Bedeutung auch sehr persönliche Themen im beruflichen Umfeld haben können zeigt folgendes Beispiel
Ein Coachee berichtet mir davon, dass es für ihn schwierig ist eine „Verbindung“ zu seinen Kollegen und Mitarbeitern herzustellen. Er ist der Meinung, dass diese ihm nicht aufmerksam zuhören und ihn nicht ernst nehmen. Zudem verfügt er nur über sehr wenige freundschaftlich-sympathiebasierte Kontakte im Unternehmen.
Schon nach einer gewissen Zeit zeigt sich, dass das Zusammensein mit dem Coachee ein Unwohlsein und Befremdlichkeit in mir auslöst, da er mich, selbst wenn er spricht, nur sehr selten anblickt. Darauf hin angesprochen kann der Coachee dies erst nicht glauben. Sein Verhalten ist ihm vollkommen unbewusst. Wir vereinbaren, dass ich zur Verdeutlichung jedes mal die Hand hebe, wenn ich mir Augenkontakt wünsche. Der Coachee ist total verblüfft wie wenig er Augenkontakt hält. Wie vereinbaren gemeinsam darauf zu achten und Augenkontakt während des Redens zu üben. Der Coachee erhält anschließend die Aufgabe, dies im beruflichen Umfeld auszuprobieren. Schon nach wenigen Tagen berichtet mir der Coachee, dass er viel sympathischeren Kontakt zu seinen Mitarbeitern und Kollegen hat. In einem späteren Treffen mit mir hat der Coachee über seine weiteren seine deutlichen Erfolge berichtet. Zwischenzeitlich ist es ihm sogar, auch in Gesprächen mit mir, gelungen, ohne bewusstes Kontrollieren des Augenkontaktes, eine Kommunikation zu führen, die überaus angenehm und wertschätzend ist, allein dadurch, dass er häufig Augenkontakt hält.
Der Unterschied zwischen Systemischem Coaching und Ganzheitlich-holistischem Coaching ist daher kaum zu unterscheiden. Beiden Ansätzen zufolge werden alle relevanten Umweltfaktoren in die Analyse miteinbezogen. Da meiner Meinung nach grundsätzlich jedes Coaching, also auch das Business-Coaching, alle möglichen verhaltensbeeinflussenden Faktoren eines Coachees berücksichtigen sollte, sind die Begriffe Systemisches Coaching, Ganzheitliches Coaching und Holistisches Coaching mehr oder weniger Schlagworte, die vorwiegend aus Gründen der besseren Vermarktbarkeit und zum Zwecke einer Pseudodifferenzierung verwendet werden.

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