
Gut Dastehen – Nichtwissen kaschieren
Wir alle wollen nach Möglichkeit immer gut dastehen, ein gutes Bild abgeben. Gerade in Situationen, wo wir glauben, dass wir Kenntnisse haben sollten, versuchen wir besonders intensiv unser eventuell vorhandenes Nichtwissen zu kaschieren. Leider gelingt es uns in den meisten Fällen nicht, dies glaubhaft darzustellen. Unsere Mitmenschen haben sehr feine „Antennen“ anhand derer sie ganz gut einschätzen können, ob wir glaubwürdig sind oder eben nicht. Sie merken bewusst oder unterbewusst, dass wir unsicher sind und nicht zugeben möchten, dass wir überfragt sind. Nicht immer alles wissen zu müssen befreit uns vor dem Zwang „allwissend“ sein zu müssen, macht uns menschlich und ist von den Beteiligten nachvollziehbar, sofern es sich nicht um Themen handelt, die wir unbedingt wissen müssten. Selbst bei diesen Themen ist es sinnvoll, die Wissenslücke zuzugeben. Eine besonders gelungene Antwort, welche uns auch noch einigermaßen in gutem Licht dastehen lässt ist z.B. „Ihre Frage kann ich derzeit nicht mit Sicherheit beantworten, aber ich werde Ihnen eine Erklärung umgehend nachreichen“. Diese Antwort signalisiert unserem Gegenüber, dass wir sorgfältig arbeiten und lieber keine Halbwahrheiten von uns geben, sondern es bevorzugen hieb- und stichfeste Antworten zu liefern.
Schwächen zu geben zu können erfordert Selbstbewusstsein und „Standing“ und wird üblicherweise von allen Beteiligten nicht nur akzeptiert, sondern auch respektiert. Nur schwache Menschen kennen ihre Schwächen nicht und haben auch nicht den nötigen Mut sich diese einzugestehen und gegenüber Dritten diese auch zuzugeben.
Schwächen zugeben zu können ermöglicht und ermuntert unsere Mitmenschen auch ihre Unzulänglichkeiten gegenüber Dritten zuzugeben und ist die Basis für eine offene und verständnisvolle Fehlerkultur, welche Teams und Unternehmen unbedingt benötigen um eine innovative Unternehmenskultur zu schaffen.

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