
Harmonie und Nein-Sagen
Die meisten Menschen sehnen sich nach Harmonie und Gleichklang und versuchen Konflikte und Auseinandersetzungen zu vermeiden. Aus diesem Grund neigen sie dazu Bitten und Hilferufe ihrer Mitmenschen zu erfüllen, auch wenn es zu Lasten ihrer Arbeitsbelastung geht. Nein-Sagen fällt diesen Menschen meistens sehr schwer und oft ärgern sich diese dann darüber, dass sie mehr Arbeit auf dem Tisch haben als andere.
Die Gründe nicht Nein-Sagen zu können liegen oft darin begründet, dass wir
- Konflikte vermeiden möchten
- Als Person nicht abgelehnt werden möchten (er hilft mir nicht)
- Kein schlechtes Gewissen haben möchten, weil wir die andere Person mit dem Problem alleine lassen
- Andere dadurch, dass wir nicht helfen, in Schwierigkeiten bringen möchten
Obwohl wir rational wissen, dass wir, je nachdem wie wir Nein sagen, die Reaktion des Gegenübers von verständnisvoll bis zu ärgerlich bestimmen können, sind wir oft nicht in der Lage unsere Hilfsbereitschaft im Zaum zu halten. Dabei gibt es sehr schöne Möglichkeiten wie wir damit umgehen können. Der erste Schritt ist, dass wir uns grundsätzlich von dem vorschnellen Ja-Sagen verabschieden müssen. Lassen Sie sich Zeit darüber nachzudenken ob Sie wirklich bereit sind die zusätzliche Aufgabe anzunehmen. Bitten Sie Ihren Gesprächspartner darum immer um etwas Zeit bevor Sie ihre Entscheidung treffen. Dann können Sie in Ruhe überlegen, ob es sich für Sie lohnt die Aufgabe anzunehmen. Dabei hilft z.B. der Satz: „Es freut mich, dass Sie mich fragen, aber ich kann im Moment noch nicht absehen wie stark mich die aktuelle Aufgabe xy in Anspruch nimmt. Kann ich im Laufe es Tages noch einmal auf Sie zukommen und Ihnen mitteilen, ob es für mich möglich ist die Aufgabe zu übernehmen?“
Sie können den Gefallen allerdings auch freundlich aber direkt ablehnen indem Sie sagen: „Ich würde die Aufgabe gerne übernehmen, leider werde ich im Moment sehr stark von der dringenden Aufgabe XY in Anspruch genommen, so dass es mir nicht möglich sein wird ihre Aufgabe ordentlich und pünktlich zu erledigen.“
Sollte ihr Gesprächspartner darauf bestehen, dass Sie und nur Sie diese Aufgabe erledigen können, dann können Sie ihn immer noch darum bitten Ihre aktuelle Aufgabe an andere zu delegieren oder aber z.B. bei ihrem Vorgesetzten eine Prioritätenänderung zu beantragen.
Ich kann Ihnen versichern, dass sich dieses neue Verhalten am Anfang komisch anfühlt, aber mit der Zeit Ihnen echte Erleichterung und Selbstbewusstsein gibt.

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