
Vertrauen
Vertrauen ist ein selbstbewusster Umgang mit Unsicherheit. Unsicherheit wie ein Mitarbeiter sich verhalten wird, welche Ergebnisse er abliefern wird usw. Wer anderen sein Vertrauen schenkt, ist verletzlich, denn womöglich wird er enttäuscht oder betrogen. Aber: Wer vertraut, der entscheidet sich meist auch bewusst dafür, sich verletzbar zu machen.
Der Gegenspieler von Vertrauen ist Angst. Angst, dass sich etwas nicht so entwickelt wie wir es erwarten. Je weniger wir also Angst haben enttäuscht zu werden, desto stärker kann sich auch Vertrauen entwickeln. Und wir haben umso weniger Angst je kalkulierbarer und kontrollierbarer sich die Mitmenschen in unserem Umfeld verhalten, als je beherrschbarer die Situation ist.
Ob wir schnell Vertrauen entwickeln hängt entscheidend von den Erfahrungswerten ab, die wir bisher mit unseren Mitarbeitern und auch unseren Mitmenschen generell gemacht haben. Wenn wir genau wissen, wie ein Mitarbeiter sich verhalten wird, dann brauchen wir kein Vertrauen, sondern wir haben Gewissheit. Vertrauen ist somit auch immer ein Konstrukt aus Erfahrungswerten und Risikobereitschaft. Desgleichen gilt auch für das Vertrauen der Mitarbeiter in uns.
Personen, die unberechenbar agieren, genießen üblicherweise kein oder wenig Vertrauen.
Ist eine Person integer, also hat stabile berechenbare Werte und Einstellungen, dann fällt es uns deutlich leichter dieser Person zu vertrauen. Integrität ist damit ein wesentlicher vertrauensbildender Faktor, da er Stabilität und somit Berechenbarkeit verspricht. Wenn wir also Vertrauen aufbauen wollen, dann sollten wir darauf achten, dass wir unsere Werte und Einstellungen kommunizieren und diese über längere Zeit relativ stabil sind. Zeigen wir über längere Zeit ein wie auch immer geartetes, stabiles Verhalten, dann sind wir auch automatisch vertrauenswürdig, weil berechenbar.
Wird Vertrauen enttäuscht, dann ist es nur sehr schwer wieder neues Vertrauen aufzubauen. Die Angst noch einmal enttäuscht zu werden ist dann groß.

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