
Wieso kann ich mich nicht entscheiden? – Inneres Team
Entscheidungen können oft schwierig sein, insbesondere wenn wir nur wenige Informationen über deren Konsequenzen haben und diese nur schwer abschätzen können.
Erschwerend kommt hinzu, dass, selbst wenn wir alle Informationen über die Konsequenzen unser Entscheidungen hätten, uns das Entscheiden dennoch schwer fällt. Wir fühlen uns hin und hergerissen und tendieren mal zu der einen, dann wieder zu der anderen Entscheidungsalternative. Wir erleben eine Diskussion unterschiedlicher Stimmen in uns, die miteinander im Diskurs sind.
Ein Beispiel: Sie kommen von der Arbeit nach Hause und haben vor gleich die Laufschuhe anzuziehen und eine Runde zu joggen. Eine ihrer inneren Stimmen unterstützt dieses Vorhaben und hat auch gute Gründe dafür. Sie wollen fit bleiben, Sie fühlen sich nach dem Laufen immer besonders gut, Sie wollen Ihr Gewicht halten usw. Unglücklicherweise meldet sich aber auch eine andere Stimme zu Wort. Diese hat ebenfalls gute Gründe nicht joggen zu gehen. Es war ein harter Tag und Sie brauchen eher Erholung (die Couch ruft!), Sie haben Hunger, das Wetter ist nicht ideal um Laufen zu gehen, usw. Und schon befinden Sie sich mitten in einer Diskussion, die in Ihnen abläuft. Langfristige Ziele kollidieren mit kurzfristigen Zielen. Disziplin versus Nachgeben. Spontane Emotion gegen Vernunft. Egal, welche Entscheidung Sie treffen, irgendeine Ihrer inneren Stimmen ist damit unzufrieden.
Allzu oft gewinnt die Emotion und unsere langfristigen Ziele bleiben auf der Strecke. Wenn wir damit unzufrieden sind ist es empfehlenswert unsere langfristigen Ziele etwas zu stärken bzw. die spontanen Emotionen etwas abzuschwächen. Dies geht in unserem Beispiel damit indem ich mich z.B. mit einem Freund verabrede zu laufen oder meiner Handy Fitnessapp folge, welche automatisch meine Erfolge bestimmten Mitmenschen mitteilt, usw. Verbindlichkeit gegenüber Dritten fördert die Disziplin.
Ein weiteres sehr erfolgreiches Mittel um mit den inneren Stimmen umzugehen ist es diesen eine Position und Namen zuzuweisen. So sitz ihre Engelchen auf der rechten, ihr Teufelchen auf der linken Schulter. Lassen Sie die beiden gegeneinander antreten und hören Sie beiden Stimmen ruhig und aus der Vogelperspektive (Metaebene) zu. Nach einer gewissen Zeit treffen Sie dann Ihre Entscheidung und leiten sofort die entsprechenden Aktionen ein.
Die Engelchen/Teufelchen-Methode hört sich vielleicht trivial an, aber funktioniert überraschend gut, wenn Sie sie ein paar Mal ausprobiert haben.
Allerdings gibt es auch die Möglichkeit, dass Sie mehr wie zwei Stimmen in sich haben. Dann wird es etwas schwieriger, aber auch hier funktionieren die oben genannten Lösungen analog.

0 Kommentare