
Selbsterkenntnis und Ich
Eine wesentliche Voraussetzung zum Führen ist das Erkennen des eigenen Ichs. Wenn Sie nicht wissen was Sie auszeichnet und wie Sie wirken, dann dürfte es Ihnen naturgemäß schwerfallen Ihren Führungsstil zu erkennen und zu optimieren. Oft glauben Führungskräfte, dass Sie aufgrund der Reaktionen und des Feedbacks Ihrer Mitarbeiter ausreichend Rückschlüsse auf ihr Führungsverhalten ziehen können. Ich kann Sie beunruhigen. Dem ist nicht so. Mitarbeiter geben ihren Chefs nur unzureichend und unvollständige Rückmeldungen. Daher gilt der Spruch „It’s lonely on the top“ insbesondere für Chefs. Darüberhinaus haben alle Menschen, auch Chefs, einen blinden Fleck wenn es um die Selbstbeurteilung und Selbsteinschätzung ihres Verhaltens geht. Daher ist die regelmäßige Rückbesinnung und das Feedback eines neutralen Dritten z.B. eines Coaches auch so wichtig für die persönliche Weiterentwicklung. Ein andere ggf. zusätzliche Maßnahme ist die Befragung der Mitarbeiter zu Ihrem Führungsverhalten. Hierzu gibt es unzählige auch standardisierte Befragungsmethoden die von 180° bis zu 360° das gesamte Fremdbild der Vorgesetzten, der Kollegen und der Mitarbeiter abdecken. Dieses Instrument wird zunehmend vor allem in Großunternehmen eingesetzt, allerdings nicht immer mit dem gewünschten Erfolg. Oft liegt dies daran, dass die Führungskraft mit den Ergebnissen mehr oder weniger allein gelassen wird. Ein fataler Fehler. Denn grundsätzlich gilt, egal wer ein Feedback bekommt, sollte die Möglichkeit haben die Ergebnisse mit einem professionellen Coach oder Personalentwickler ausgiebig durchzusprechen um anschließend geeignete Maßnahmen und Trainings auszuwählen und bestimmte Veränderungen herbeizuführen. Wir alle wissen, dass dies nicht immer ganz einfach ist. Umso mehr ist hier professionelle Unterstützung gefragt.
Aber warum ist Selbsterkenntnis so wichtig?
Zweifelsohne haben Sie bestimmte Stärken, denn sonst wären Sie nicht in der Position in der Sie heute sind. Aber kennen Sie Ihre Stärken? Und kennen Sie auch Ihre Schwächen? Einer der häufigsten Fehler, die von Führungskräften gemacht werden ist der, dass sie versuchen ihre Schwächen zu kompensieren. Sie arbeiten an ihren Schwächen und versuchen diese in mühsamer Eigenarbeit zu mildern. Das ist grundsätzlich lobenswert, aber wie Sie bereits schon selber an sich feststellen konnten, meist vergeblich. Ein intelligenterer Ansatz ist eine Unterstützungsstruktur aufzubauen, die Ihre Schwächen kompensiert.
Ein Beispiel: Sie können sich nicht besonders gut organisieren. Bevor Sie sich jetzt zu einem Seminar anmelden und lernen wie Sie dies verbessern können (was Sie vielleicht schon getan haben) um sich mühsam mit einem Zeitplanbuch und anderen digitalen Organisationsmitteln herumschlagen, sollten Sie darüber nachdenken wie Sie eine Struktur aufbauen können, die Ihnen diese Arbeit abnimmt. In diesem Fall wäre es sinnvoll z.B. Ihre Sekretärin damit zu beauftragen Ihren Terminplaner zu führen und alle Termine zu koordinieren und rechtzeitig einen Monats- und/oder Wochenüberblick zu erstellen. Reisepläne und Tickets sind rechtzeitig bereitzustellen. Zudem ist ihr digitaler Terminkalender so zu führen, so dass Sie immer und überall auf dem Laufenden sind. Damit dürfte die Organisation Ihrer Termine weitgehend gelöst sein. Einzig die Prioritätensetzung bleibt noch bei Ihnen. Desgleichen können Sie auch in Bezug auf die Organisation Ihrer Unterlagen durchführen. Sie müssen sich nur zu Beginn mit Ihrer Sekretärin abstimmen, nach welchem Organisationsschema die Unterlagen zu strukturieren sind. Ein unerlässliches Element zur Schriftgutbearbeitung auf das Sie nicht verzichten sollten, ist die Monatsmappe. Wie Sie die weitere Bearbeitung strukturieren bleibt Ihnen überlassen. Ein wichtiges und einfaches Hilfsmittel ist die Methode „Getting Things Done“ zu der Sie im Internet in Wikipedia ausreichend Informationen finden.
Grundsätzlich gilt. Delegieren Sie die Aufgaben, die Ihnen keinen Spaß machen und in denen Sie schwach sind, sofern möglich an Dritte. Konzentrieren Sie sich ganz auf das was Sie gut können und gerne tun. Damit bleibt auch Ihre Motivation dauerhaft im grünen Bereich.

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