Unangenehmes anpacken – Der Kampf gegen den Schweinehund

Unangenehme Dinge möglichst meiden. Das ist das Motto des Schweinehunds in uns. Dieser versucht möglichst angenehme Dinge zu tun und unangenehmen Dingen aus dem Weg zu gehen. Der Schweinehund verkörpert die emotionale und daher meist unterbewusste Triebkraft in uns. Sein Gegenspieler, die Rationalität bzw. Vernunft gerät dabei oft ins Hintertreffen. Gesünder essen, mehr Sport treiben, einige Kilogramm abnehmen, die Steuererklärung machen, den Mitarbeiter in einem persönlichen Gespräch auf Leistungsdefizite hinweisen, das ist das gängige Futter des Schweinehunds. Wenn wir nicht sehr diszipliniert sind dann findet der Schweinehund jede Menge Angriffsfläche um Dinge aufzuschieben oder gar ganz aus unserem Bewusstsein auszublenden. Die Aufschieberitis oder Prokrastination ist eine durchaus weit verbreitete Methode unangenehme Dinge zu meiden. Doch welche Möglichkeiten gibt es die tiefe emotionale Neigung zu unterdrücken und der Vernunft die Oberhand zu geben?

Nun, in den meisten Fällen präzisieren wir unsere unangenehme Ziele und Aufgaben nicht oder nicht ausreichend. Der Vorsatz einige Kilogramm abzunehmen bleibt ungenau und bleibt damit meist auf der Strecke. Etwas schwieriger wird es für den Schweinehund, wenn wir unser Ziel möglichst genau definieren. Aus einigen Kilogramm abnehmen wird dann der Vorsatz „Ich werde bis zum 31.01.2021 fünf Kilogramm abnehmen.“ Und schon hat es der Schweinehund etwas schwieriger. Wenn wir unser Ziel noch genauer festlegen, dann können wir es dem Schweinehund noch schwerer machen uns zu dominieren. So können wir unsere Ziele nach dem SMART-Prinzip präzisieren, welche auch eine Belohnung nach erfolgreicher Realisierung unserer Ziele beinhaltet. Eine weitere sehr praktikable Methode ist es den Weg zu unserem Ziel möglichst genau zu präzisieren bzw. zu planen. Idealerweise teilen wir die Zielerreichung in mehrere kleinere Teilziele auf, die sich dann naturgemäß leichter erreichen lassen (Salami-Taktik) und beginnen mit dem ersten Schritt innerhalb der kommenden 72 Stunden. Um es perfekt zu machen teilen wir für uns wichtigen Menschen in unserem Umfeld mit, was wir vorhaben und geben ihnen eine „Überprüfungsvollmacht“. Die Angst bei Nichterreichung unseres Zieles die Blamage einstecken zu müssen, dass wir willensschwach und undiszipliniert sind arbeitet dabei ebenfalls auf einer tiefen emotionalen Ebene und kämpft gegen den Schweinehund an.

Das ist auch einer der Gründe warum das persönliche Coaching so erfolgreich ist. Neue, meist unangenehme Verhaltensmuster, die gemeinsam von dem Coach und Coachee festgelegt werden und anschließend von dem Coachee ausprobiert werden sollen werden vorzugsweise kurz vor dem Folgetermin besonders intensiv angewendet. Aus Angst dem Coach gegenüber zu sitzen und die blamable Tatsache, nichts von den Aufgaben realisiert zu haben, zugeben zu müssen.

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