
Glaubenssätze
Praktisch alle Menschen haben Glaubenssätze. Glaubenssätze sind Einstellungen verbunden mit einer Erwartungshaltung. Sie beinhalten darüber hinaus den weiteren Aspekt, dass die Personen mit Glaubenssätzen hoffen, dass ihre Mitmenschen sie auf bestimmte Art und Weise sehen. Die Logik dahinter ist die folgende: Wenn ich dies und jenes tue, dann erwecke ich den Anschein dass mich meine Mitmenschen auf eine bestimmte von mir gewünschte Weise wahrnehmen.
Ein Beispiel: „Wenn ich jeden Tag lange arbeite und viele Termine in meinem Kalender habe, dann halten mich meine Mitarbeiter für fleißig.“
Wir bemerken, dass hinter dieser Aussage die Angst steckt für faul gehalten zu werden.
Meine Selbsterkenntnis ist: „Ich weiß, dass ich faul bin (wenigstens ab und zu).“
Meine Einstellung (kommt meist aus der Erziehung) ist: „Faul sein ist keine lobenswerte Eigenschaft.“
Meine Absicht/Angst ist: „Ich will nicht, dass meine Mitarbeiter mich als faul bezeichnen.“
Weitere durchaus weitverbreitete Glaubenssätze sind:
„Ich will nicht aufdringlich sein.“
„Ich habe nichts wirklich Bedeutendes beizutragen.“
„Ich darf keine Hilfe in Anspruch nehmen, sonst halten mich meine Mitmenschen für dumm.“
Diese und andere Glaubenssätze zu egalisieren geht ebenso wie bei dem Thema Einstellungen nur dadurch, dass ich anderweitige Erfahrungen sammle, die mir „beweisen“, dass ich z.B. wenn ich fremde Hilfe in Anspruch nehme damit sogar ziemlich intelligent handle, weil es ungleich effizienter sein kann andere zur Problemlösung beratend hinzuzuziehen.
Zudem mache ich mich dadurch fehlbar und menschlich, dass ich, der Alleskönner, der nie fremde in Hilfe in Anspruch nimmt, seine vermeintliche Schwäche offen zeigt. Das macht sympathisch denn es ermutigt auch andere ihre Schwächen zu zeigen und Hilfe einzuholen, anstatt die Probleme immer aufwändig alleine lösen zu müssen.
Interessant ist, dass Menschen die ihre Schwächen kennen und offen dazu stehen gemeinhin als selbstbewusst und intelligent angesehen werden.

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